Art            Lip               Welcome                  to my universe
I‘m a: singer/songwriter, multi-instrumentalist/trumpetplayer, producer/performer, photographer/visual artist, science fiction writer
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Tutorial

Der Mainstream Solist

Akkorde 2

Es gibt natürlich noch mehr Akkorde :) Verminderte, Sus4, etc (ich führe hier nicht alle auf - es geht erst mal nur darum, die Bezeichnungssystematik zu kapieren). Außerdem gibt es verschiedene Schreibsysteme (Führe ich ebenfalls nicht alle auf): Maj7 kann man auch z.b als maj7 aufschreiben. Ich verwende das große Maj (um es eindeutiger vom kleinen m für Moll zu unterscheiden) Folgendes System zur Erklärung der Akkordbezifferungen finde ich am einfachsten zu verstehen: Wenn man Töne eines Akkords durch andere ersetzt, nennt man das alterieren (ändern) Alterierte Akkorde: bezogen auf C ("Dur", "Ionisch", 1. Stufe") sind: C | D | E | F | G | A | H die "normalen" bzw nicht-alterierten Töne. Es bleiben jetzt noch folgende Töne über, die nicht zur Grundton-Leiter gehören: C# bzw Db | D# bzw Eb | F# bzw Gb | G# bzw Ab | A# bzw Bb. Das Eb haben wir bereits im Fall Moll abgehandelt. Allerdings gibt es im Blues die Möglichkeit, gleichzeitig Moll und Dur in einen Dom7- Akkord ("Dominantseptakkord") zu packen. Die große Terz ist dann unten, die kleine Terz tritt als #9 auf. Der Akkord wird in der Grundform so gespielt: C7#9 C | E | G | A# | D# Ein typischer Jimi-Hendrix-Akkord. Und ein typischer Dur-Blues- und Funkakkord. So, es bleiben jetzt noch 3 alterierte Töne über: C# bzw Db | F# bzw Gb | G# bzw Ab Ob der Grundakkord nun Major, Moll oder Dominant 7 ist: Wenn man Zum Grundton C das C# hinzufügt, klingt das Ergebnis auf jeden Fall extrem "schräg". Diese Akkorde werden immer mit b9 bezeichnet - das C# wird also als Db interpretiert. Beispiel CMaj7b9: C | E | G | H | Db Es bleiben jetzt noch 2 alterierte Töne über: F# bzw Gb und G# bzw Ab Fall 1 (F# bzw Gb): wird normalerweise als b5 oder #11 bezeichnet. Als letztes das G# bzw Ab: es tritt in Akkordbezeichnungen in der Regel als #5 auf. Auf vermindert, übermäßig, sus etc etc - gehe ich an dieser Stelle nicht auch noch ein. Das ufert dann wieder in den Wust klassischer und neuerer Harmonie-Lehren aus. Mit ihren unterschiedlichen Bezeichnungs- und Betrachtungsweisen. Es gibt zum Beispiel Harmoniesysteme, die anstatt auf übereinandergeschichteten Terzen auf übereinandergeschichteten Quarten beruhen. Das löst dann einige Probleme und schafft dafür andere. Das System mit den übereinandergeschichteten Terzen und vierstimmigen Akkorden (Berkeley-System) ist etabliert, wird überall verwendet und darum sollte man es kennen. Der Kursteilnehmer soll in der Lage sein, ein Akkordsymbol zu sehen und dann zu wissen, welche Töne er verwenden muß, um sie zu bilden. Das reicht. Aber für Interessenten ein kurzer Mini-Tip: Nehmt eine exotischere Skala (symmetrische wie die Ganztonleiter sind da eher unergiebig - eher Harmonisch Moll, Halbton-Ganzton-Leiter etc). Bildet die aus der Skala logisch folgenden 4-stimmigen Stufenakkorde, indem Ihr die leitereigenen Terzen übereinanderschichtet - und werft mal einen Blick und ein "Ohr" auf die entstehenden Kadenzen. Da tun sich Universen auf :) Nach-Bemerkung für Leute, die es ganz genau wissen wollen, oder das hier jetzt unmittelbar folgend Abgehandelte im Rest des Tutorials vermissen: wir haben weiter oben gesehen: in jeder "normalen" Tonart bilden sich drei m7 Akkorde, zwei Maj7 etc. Diese drei m7 Akkorde z.B stehen natürlich in anderen Tonarten dann auf anderen Stufen. Es wäre also im Prinzip möglich, über jeden m7-Akkord 3 Tonarten zu spielen, da er ja zu 3 Tonarten gehört. Man muß aber dann bei z.B einer II-V- Verbindung innerhalb der Verbindung die Tonart wechseln - und damit ist die Verbindung zerstört. Genau das - und mehr - machen die Leute systematisch, die ich an anderer Stelle des Tutorials als Realbook-Klempner beschimpfe. Selbstverständlich kann der Solist das mal machen, um eine andere "Farbe" ins Spiel zu bringen (insbesondere, wenn sich die Verbindung im Arrangement lange nicht ändert). Normalerweise haben Stücke aber eine Melodie - und gegen die wird dann gearbeitet. Wer schon mal auf einer Jazz-Session war, hat bestimmt teilnehmende Musiker bemerkt, die über ihre Realbooks gebückt sitzen, in diese starren, und dann halt bei jedem Akkord eine andere Skala spielen. Gewöhnlich in immer der gleichen Phrasierung von Achtel-Zweiergruppen mit langem ersten Achtel und kurzem zweiten Achtel auf dem Swing-Offbeat. Lautmalerisch gesprochen "Bee - Bop". Die Richtung nennt sich dann auch Bebop. Es mag eine nützliche Fähigkeit sein, vor unbekannten Stücken zu sitzen und trotzdem über jeden Akkord sofort eine passende Skala "rausnölen" zu können. Ich bin davon ungefär so beeindruckt, wie von jemandem, der 100 Bierdeckel auf dem "Stinkefinger" balancieren kann. Der von mir bevorzugte und hier ausgebildete Solist denkt nicht in taktweisen Akkordwechseln - er denkt stückübergreifend. Er füllt nicht wie in einem Malbuch jedes Teilstück mit anderen Taj Mahal- Ornamenten aus - er drückt das Wesen des Taj Mahal aus . Er denkt nicht wie Albrecht Dürer - er denkt eher wie ein chinesischer Maler oder wie Vincent van Gogh. (Vincent van Gogh steht dann hier stellvertretend für den Rocker oder Punker). Der von mir bevorzugte Solist ist nicht der vom Architekten bestellte Spezial- Handwerker - er ist der Architekt. Deswegen gehe ich im Tutorial auf alle diese Möglichkeiten nicht sonderlich ein - wer alles beherrscht, was hier von mir empfohlen wird, benötigt es nicht und spielt organische Soli. Wer möchte, kann sich ja gerne die entsprechenden Bücher kaufen oder alles selber ableiten (Letzteres ist billiger und man lernt mehr). Ich persönlich halte es für nicht übermäßig erstrebenswert, diese Techniken in den Vordergrund zu stellen: denn fast alle, die diese Methoden anwenden, sind nicht in der Lage, sich wieder davon zu lösen. Sie "sehen den Wald vor lauter Bäumen" nicht.

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Es gibt natürlich noch mehr Akkorde :) Verminderte, Sus4, etc (ich führe hier nicht alle auf - es geht erst mal nur darum, die Bezeichnungssystematik zu kapieren). Außerdem gibt es verschiedene Schreibsysteme (Führe ich ebenfalls nicht alle auf): Maj7 kann man auch z.b als maj7 aufschreiben. Ich verwende das große Maj (um es eindeutiger vom kleinen m für Moll zu unterscheiden) Folgendes System zur Erklärung der Akkordbezifferungen finde ich am einfachsten zu verstehen: Wenn man Töne eines Akkords durch andere ersetzt, nennt man das alterieren (ändern) Alterierte Akkorde: bezogen auf C ("Dur", "Ionisch", 1. Stufe") sind: C | D | E | F | G | A | H die "normalen" bzw nicht- alterierten Töne. Es bleiben jetzt noch folgende Töne über, die nicht zur Grundton-Leiter gehören: C# bzw Db | D# bzw Eb | F# bzw Gb | G# bzw Ab | A# bzw Bb. Das Eb haben wir bereits im Fall Moll abgehandelt. Allerdings gibt es im Blues die Möglichkeit, gleichzeitig Moll und Dur in einen Dom7- Akkord ("Dominantseptakkord") zu packen. Die große Terz ist dann unten, die kleine Terz tritt als #9 auf. Der Akkord wird in der Grundform so gespielt: C7#9 C | E | G | A# | D# Ein typischer Jimi-Hendrix- Akkord. Und ein typischer Dur- Blues- und Funkakkord. So, es bleiben jetzt noch 3 alterierte Töne über: C# bzw Db | F# bzw Gb | G# bzw Ab Ob der Grundakkord nun Major, Moll oder Dominant 7 ist: Wenn man Zum Grundton C das C# hinzufügt, klingt das Ergebnis auf jeden Fall extrem "schräg". Diese Akkorde werden immer mit b9 bezeichnet - das C# wird also als Db interpretiert. Beispiel CMaj7b9: C | E | G | H | Db Es bleiben jetzt noch 2 alterierte Töne über: F# bzw Gb und G# bzw Ab Fall 1 (F# bzw Gb): wird normalerweise als b5 oder #11 bezeichnet. Als letztes das G# bzw Ab: es tritt in Akkordbezeichnungen in der Regel als #5 auf. Auf vermindert, übermäßig, sus etc etc - gehe ich an dieser Stelle nicht auch noch ein. Das ufert dann wieder in den Wust klassischer und neuerer Harmonie-Lehren aus. Mit ihren unterschiedlichen Bezeichnungs- und Betrachtungsweisen. Es gibt zum Beispiel Harmoniesysteme, die anstatt auf übereinandergeschichteten Terzen auf übereinandergeschichteten Quarten beruhen. Das löst dann einige Probleme und schafft dafür andere. Das System mit den übereinandergeschichteten Terzen und vierstimmigen Akkorden (Berkeley-System) ist etabliert, wird überall verwendet und darum sollte man es kennen. Der Kursteilnehmer soll in der Lage sein, ein Akkordsymbol zu sehen und dann zu wissen, welche Töne er verwenden muß, um sie zu bilden. Das reicht. Aber für Interessenten ein kurzer Mini-Tip: Nehmt eine exotischere Skala (symmetrische wie die Ganztonleiter sind da eher unergiebig - eher Harmonisch Moll, Halbton-Ganzton-Leiter etc). Bildet die aus der Skala logisch folgenden 4-stimmigen Stufenakkorde, indem Ihr die leitereigenen Terzen übereinanderschichtet - und werft mal einen Blick und ein "Ohr" auf die entstehenden Kadenzen. Da tun sich Universen auf :) Nach-Bemerkung für Leute, die es ganz genau wissen wollen, oder das hier jetzt unmittelbar folgend Abgehandelte im Rest des Tutorials vermissen: wir haben weiter oben gesehen: in jeder "normalen" Tonart bilden sich drei m7 Akkorde, zwei Maj7 etc. Diese drei m7 Akkorde z.B stehen natürlich in anderen Tonarten dann auf anderen Stufen. Es wäre also im Prinzip möglich, über jeden m7- Akkord 3 Tonarten zu spielen, da er ja zu 3 Tonarten gehört. Man muß aber dann bei z.B einer II-V-Verbindung innerhalb der Verbindung die Tonart wechseln - und damit ist die Verbindung zerstört. Genau das - und mehr - machen die Leute systematisch, die ich an anderer Stelle des Tutorials als Realbook-Klempner beschimpfe. Selbstverständlich kann der Solist das mal machen, um eine andere "Farbe" ins Spiel zu bringen (insbesondere, wenn sich die Verbindung im Arrangement lange nicht ändert). Normalerweise haben Stücke aber eine Melodie - und gegen die wird dann gearbeitet. Wer schon mal auf einer Jazz- Session war, hat bestimmt teilnehmende Musiker bemerkt, die über ihre Realbooks gebückt sitzen, in diese starren, und dann halt bei jedem Akkord eine andere Skala spielen. Gewöhnlich in immer der gleichen Phrasierung von Achtel- Zweiergruppen mit langem ersten Achtel und kurzem zweiten Achtel auf dem Swing- Offbeat. Lautmalerisch gesprochen "Bee - Bop". Die Richtung nennt sich dann auch Bebop. Es mag eine nützliche Fähigkeit sein, vor unbekannten Stücken zu sitzen und trotzdem über jeden Akkord sofort eine passende Skala "rausnölen" zu können. Ich bin davon ungefär so beeindruckt, wie von jemandem, der 100 Bierdeckel auf dem "Stinkefinger" balancieren kann. Der von mir bevorzugte und hier ausgebildete Solist denkt nicht in taktweisen Akkordwechseln - er denkt stückübergreifend. Er füllt nicht wie in einem Malbuch jedes Teilstück mit anderen Taj Mahal- Ornamenten aus - er drückt das Wesen des Taj Mahal aus . Er denkt nicht wie Albrecht Dürer - er denkt eher wie ein chinesischer Maler oder wie Vincent van Gogh. (Vincent van Gogh steht dann hier stellvertretend für den Rocker oder Punker). Der von mir bevorzugte Solist ist nicht der vom Architekten bestellte Spezial-Handwerker - er ist der Architekt. Deswegen gehe ich im Tutorial auf alle diese Möglichkeiten nicht sonderlich ein - wer alles beherrscht, was hier von mir empfohlen wird, benötigt es nicht und spielt organische Soli. Wer möchte, kann sich ja gerne die entsprechenden Bücher kaufen oder alles selber ableiten (Letzteres ist billiger und man lernt mehr). Ich persönlich halte es für nicht übermäßig erstrebenswert, diese Techniken in den Vordergrund zu stellen: denn fast alle, die diese Methoden anwenden, sind nicht in der Lage, sich wieder davon zu lösen. Sie "sehen den Wald vor lauter Bäumen" nicht.

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