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I‘m a: singer/songwriter, multi-instrumentalist/trumpetplayer, producer/performer, photographer/visual artist, science fiction writer
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Tutorial

Der Mainstream Solist

Blues

Ja - er hat schon ein etwas "Abgelatschtes" Image. Und ja - es gibt noch "100 000" andere Bluesvarianten als die hier vorgestellte... Das Harmonieschema, das ich hier verwende - ist klassisch C7 | C7 | C7 | C7 | F7 | F7 | C7 | C7 | G7 | F7 | C7 | C7 Jeder Akkord fällt auf einen Takt (oder das Schema ist verdoppelt = 2 Takte pro Akkord oder halbiert = 1 Takt pro Akkord) - die Harmoniefolge bleibt aber immer gleich. Ein C7 besteht aus den Tönen C (Grundton) E (Dur-Terz, große Terz) G (Quinte) und Bb (kleine Septime). Für die anderen Akkorde wird dann entsprechend transponiert z.B. : F7   = F |A |C |Eb G7  = G |H |D |F Da sich die Akkord-Struktur in den anderen Tonarten nicht ändert, braucht man die Töne dann nur noch parallel verschieben, um sie zu transponieren. Auf der Gitarre geht das relativ leicht - andere Instrumente erfordern das Erlernen jeweils neuer Fingersätze. Es gibt sehr gute Gründe durchgehend hier dieses Schema zu verwenden: - Die zugrundeliegende Kadenz findet sich in fast allen erfogreicheren Musikstilen wieder (oft verborgen unter komplett anderer Harmonisation und über komplett anderen Grooves). Wer dieses Schema beherrscht, hat auf Anhieb solistischen Zugang zu einem riesigen Teil des Mainstream. - Der Übende soll einen eigenen Riff-Vorrat entwickeln, auf die er in allen Tonarten intuitiv zugreifen kann (Das würde erschwert, wenn er vorher 1000 Blues-Varianten lernen müßte) - Die Skalen und Riffs, die man im Blues verwenden kann, lassen sich auch in fast allen anderen Stilen gewinnbringend verwenden - in allen Tonarten, weil: früher oder später stellt man fest - es ist sehr viel tonal parallel, was nicht sofort tonal parallel erscheint. Das liegt an den Modi, wie wir weiter oben gesehen haben. Sie werden auch "Kirchentonarten" genannt - stammen aber nicht aus Rom, sondern aus dem Alt-Griechisch- und Kleinasiatischem. Ich halte als ersten Improvisationshinweis hier mal fest: Mann kann die Akkord-Töne auch hintereinander statt gleichzeitig (auch in anderer Reihenfolge) spielen. Man nennt das "Arpeggio" Mehrzahl "Arpeggien"). Bei Bassisten und Akkord-Begleitern ("Comping") gehört diese Methode zum Grundrepertoire. Als nächstes befassen wir uns jetzt mit passenden Skalen/Tonleitern. Konkrete Hinweise zu den hier präsentierten Blues-Tracks (die in allen 12 Tonarten zu üben sind): 7er blues  (Alle nachfolgendenBegriffe sind im Abschnitt "Skalen und Harmonie erklärt). Hörbeispiel in (Achtung!) C#:   Passende Skalen: über die ganze Kadenz/ die ganze Akkordfolge passen: - Die Blues-Skala - Die Blues Pentatonik in der Grundtonart takt/harmonieweise passen (jeweils als Beispiel über C7): - C7 Arpeggio (C | E | G | Bb) - C-Dur Arpeggio (C | E | G |) - modale Skalen: F-Dur angefangen auf C (5te Sufe, "Mixolydisch") - außerdem paßt noch die Dur-Pentatonik 9er blues                  (Hörbeispiel in C):   Alle Varianten, die ich beim 7er Blues aufgeführt habe, sind möglich und passen. Es ergeben sich zusätzliche "gut" klingende Möglichkeiten: Den C7/9 kann man - unter anderem - auch interpretieren als Em7b5 (der Em7b5 ist im C7/9 sozusagen verborgen enthalten) - deshalb paßt hier schon mal D-Dur von A#(Bb) aus - also von der 4ten Stufe ab aufwärts: A# | C | D| E | F | G | A | A# sowie das Em7b5- Arpeggio: E | G | Bb | D Beide Möglichkeiten gelten wieder in Bezug auf C7/9, beim Akkordwechsel muß man das also jeweils transponieren - beim Wechsel der Grundtonart sowieso. 7#9er blues        (Hörbeispiel in C):   Da ein C7#9er im Prinzip ein C7 mit darüber gelegter Mollterz ist (die #9) konkret hier: das D# - kann man hier auch - wieder zusätzlich zu den Möglichleiten des 7er und 9er Blues - Bb-Dur von C aus spielen (2.Stufe von Bb-Dur): Bb | C | D | Eb | F | G | A | Bb Jetzt wird es schon etwas "abgefahrener": Harmonisch Moll paßt in folgender Variante auf C7#9: C | D | D# | F# | G | A | A# | C über C7 etc läßt sich noch mehr machen - wie Sprünge in leitereigenen Terzen und Sexten. Intervallsprünge etc werde ich noch an anderer Stelle behandeln. Denn sie gelten nicht nur für den Blues. Sie gelten für JEGLICHES Material. Außerdem ist es das Ziel dieses Tutorials, den Leser mit dem Grundsätzlichen zu versorgen und dabei aufbauend vorzugehen. Mit Blues-Skalen und den Modi kann man sein ganzes Musikerleben gestalten, wenn man harmonisch spielen will. Nur die jeweiligen Akkord-Arpeggien empfehle ich hier ebenfalls als primäres Lernziel: Sie werden meistens zur Bildung des Themas / der Melodie benutzt, während das reine Solo sich eher "skalenmäßig" manifestiert. Also - um eine passende Melodie machen zu können, kennt man am besten die Akkord-Töne und die passenden Skalen :) Das nur so nebenbei. Was der Solist dann mit den Tönen anstellt (inwiefern er von welchen auf welche springt) überlasse ich dessen Fantasie und Geschmack. Über diese ganzen Feinheiten und Möglichkeiten gibt es ein eigenes Kapitel hier, da das dort Gesagte nicht nur für den Blues gilt. Im Moment legen wir erst mal die wichtigsten Grundlagen um "Inside" - also "gut"-klingend zu improvisieren. Das fängt nun mal mit Skalen und Arpeggien an. der 7#11er Blues hier     (Hörbeispiel in C): idient nur zur Illustration, was man noch alles mit Blues machen kann. Ich gebe hier keine Skalentips ab - Blues paßt jedenfalls schon mal. Das Ziel des Tutorials ist es wie gesagt, dem Hilflosen auf dem Gebiet der Improvisation zu helfen. Ich führe unter "Abgefahrenes" eine Menge Methoden auf, wie man outside improvisieren kann. Da gibt es schon extrem viele Möglichkeiten - viele davon sind auch Geschmacksache. Aber: 1. sollte jeder inside spielen können und nicht hilflos vor Standardharmonien sitzen 2. sucht sich praktisch jeder, der outside spielen will, ein paar Lieblings-Skalen und Lieblingstricks raus. Konkrete "So muß man das machen"-Anweisungen sind daher in meinen Augen nicht sinnvoll. Solche Vorlieben prägen eben den individuellen Stil mit - wer will denn da alles kopieren? 3. der fortgeschrittene Solist unterscheidet sich vom Anfänger durch: - die Beherrschung des Inside-Spielens - die Beherrschung von Phrasierung, Timing, Rhythmus, Dynamik und Ausdruck (und DAS ist schon mal verdammt viel - falls gekonnt - und extrem wichtig) - last not least hat der Fortgeschrittene Fantasie, ist neugierig, probiert neue Dinge aus. Wenn er damit aufhört - schreitet er nicht mehr fort Also: findet es selber heraus. Ich jedenfalls kann darüber angenehm und logisch klingend spielen - und jeder Koch muß auch ein paar Geheimrezepte für sich behalten :) Lernziele: - Alle Tonarten - 1 bis 5 Riffs üben pro Sitzung maximal wir wollen uns einen Riff-Vorrat anlegen, den wir im Schlaf abrufen können - die Finger spielen den dann später alleine - chromatisch immer wieder durch - das gibt Routine - rythmische Feinheiten ausprobieren - die sind das Salz in der Suppe! Die Bluesskala hat man relativ schnell gelernt - ohne rhythmische Raffinessen ist das aber gar nichts! Auf die Rhythmik gehe ich an anderer Stelle ausführlicher ein. - Ja - Ihr sollt Euch das Riff selbst ausdenken. Nehmt das, was in Eurem Kopf ist. Ist das am Anfang zu schwer, zerlegt es in spielbare Einzelteile und übt die. Wem gar nichts einfällt - der klaut bei Kollegen. Am besten bei den klassischen Vorlagen. Also nicht nach 1980 aufgenommene Songs - am besten End-60er Jahre und früher. Greift auf die schwarzen Originale zu. Hat Mick Jagger auch gemacht. Ihr klaut nie ? Und woher kommt dann das Riff in Eurem Kopf ? Ihr habt es unbewußt aufgenommen - und dann höchstens noch unbewußt neu kombiniert.

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Ja - er hat schon ein etwas "Abgelatschtes" Image. Und ja - es gibt noch "100 000" andere Bluesvarianten als die hier vorgestellte... Das Harmonieschema, das ich hier verwende - ist klassisch C7 | C7 | C7 | C7 | F7 | F7 | C7 | C7 | G7 | F7 | C7 | C7 Jeder Akkord fällt auf einen Takt (oder das Schema ist verdoppelt = 2 Takte pro Akkord oder halbiert = 1 Takt pro Akkord) - die Harmoniefolge bleibt aber immer gleich. Ein C7 besteht aus den Tönen C (Grundton) E (Dur-Terz, große Terz) G (Quinte) und Bb (kleine Septime). Für die anderen Akkorde wird dann entsprechend transponiert z.B. : F7   = F |A |C |Eb G7  = G |H |D |F Da sich die Akkord-Struktur in den anderen Tonarten nicht ändert, braucht man die Töne dann nur noch parallel verschieben, um sie zu transponieren. Auf der Gitarre geht das relativ leicht - andere Instrumente erfordern das Erlernen jeweils neuer Fingersätze. Es gibt sehr gute Gründe durchgehend hier dieses Schema zu verwenden: - Die zugrundeliegende Kadenz findet sich in fast allen erfogreicheren Musikstilen wieder (oft verborgen unter komplett anderer Harmonisation und über komplett anderen Grooves). Wer dieses Schema beherrscht, hat auf Anhieb solistischen Zugang zu einem riesigen Teil des Mainstream. - Der Übende soll einen eigenen Riff-Vorrat entwickeln, auf die er in allen Tonarten intuitiv zugreifen kann (Das würde erschwert, wenn er vorher 1000 Blues-Varianten lernen müßte) - Die Skalen und Riffs, die man im Blues verwenden kann, lassen sich auch in fast allen anderen Stilen gewinnbringend verwenden - in allen Tonarten, weil: früher oder später stellt man fest - es ist sehr viel tonal parallel, was nicht sofort tonal parallel erscheint. Das liegt an den Modi, wie wir weiter oben gesehen haben. Sie werden auch "Kirchentonarten" genannt - stammen aber nicht aus Rom, sondern aus dem Alt-Griechisch- und Kleinasiatischem. Ich halte als ersten Improvisationshinweis hier mal fest: Mann kann die Akkord-Töne auch hintereinander statt gleichzeitig (auch in anderer Reihenfolge) spielen. Man nennt das "Arpeggio" Mehrzahl "Arpeggien"). Bei Bassisten und Akkord- Begleitern ("Comping") gehört diese Methode zum Grundrepertoire. Als nächstes befassen wir uns jetzt mit passenden Skalen/Tonleitern. Konkrete Hinweise zu den hier präsentierten Blues-Tracks (die in allen 12 Tonarten zu üben sind): 7er blues  (Alle nachfolgendenBegriffe sind im Abschnitt "Skalen und Harmonie erklärt). Hörbeispiel in (Achtung!) C#:   Passende Skalen: über die ganze Kadenz/ die ganze Akkordfolge passen: - Die Blues-Skala - Die Blues Pentatonik in der Grundtonart takt/harmonieweise passen (jeweils als Beispiel über C7): - C7 Arpeggio (C | E | G | Bb) - C-Dur Arpeggio (C | E | G |) - modale Skalen: F-Dur angefangen auf C (5te Sufe, "Mixolydisch") - außerdem paßt noch die Dur-Pentatonik 9er blues                  (Hörbeispiel in C):   Alle Varianten, die ich beim 7er Blues aufgeführt habe, sind möglich und passen. Es ergeben sich zusätzliche "gut" klingende Möglichkeiten: Den C7/9 kann man - unter anderem - auch interpretieren als Em7b5 (der Em7b5 ist im C7/9 sozusagen verborgen enthalten) - deshalb paßt hier schon mal D-Dur von A#(Bb) aus - also von der 4ten Stufe ab aufwärts: A# | C | D| E | F | G | A | A# sowie das Em7b5- Arpeggio: E | G | Bb | D Beide Möglichkeiten gelten wieder in Bezug auf C7/9, beim Akkordwechsel muß man das also jeweils transponieren - beim Wechsel der Grundtonart sowieso. 7#9er blues        (Hörbeispiel in C):   Da ein C7#9er im Prinzip ein C7 mit darüber gelegter Mollterz ist (die #9) konkret hier: das D# - kann man hier auch - wieder zusätzlich zu den Möglichleiten des 7er und 9er Blues - Bb-Dur von C aus spielen (2.Stufe von Bb-Dur): Bb | C | D | Eb | F | G | A | Bb Jetzt wird es schon etwas "abgefahrener": Harmonisch Moll paßt in folgender Variante auf C7#9: C | D | D# | F# | G | A | A# | C über C7 etc läßt sich noch mehr machen - wie Sprünge in leitereigenen Terzen und Sexten. Intervallsprünge etc werde ich noch an anderer Stelle behandeln. Denn sie gelten nicht nur für den Blues. Sie gelten für JEGLICHES Material. Außerdem ist es das Ziel dieses Tutorials, den Leser mit dem Grundsätzlichen zu versorgen und dabei aufbauend vorzugehen. Mit Blues-Skalen und den Modi kann man sein ganzes Musikerleben gestalten, wenn man harmonisch spielen will. Nur die jeweiligen Akkord- Arpeggien empfehle ich hier ebenfalls als primäres Lernziel: Sie werden meistens zur Bildung des Themas / der Melodie benutzt, während das reine Solo sich eher "skalenmäßig" manifestiert. Also - um eine passende Melodie machen zu können, kennt man am besten die Akkord-Töne und die passenden Skalen :) Das nur so nebenbei. Was der Solist dann mit den Tönen anstellt (inwiefern er von welchen auf welche springt) überlasse ich dessen Fantasie und Geschmack. Über diese ganzen Feinheiten und Möglichkeiten gibt es ein eigenes Kapitel hier, da das dort Gesagte nicht nur für den Blues gilt. Im Moment legen wir erst mal die wichtigsten Grundlagen um "Inside" - also "gut"-klingend zu improvisieren. Das fängt nun mal mit Skalen und Arpeggien an. der 7#11er Blues hier     (Hörbeispiel in C): idient nur zur Illustration, was man noch alles mit Blues machen kann. Ich gebe hier keine Skalentips ab - Blues paßt jedenfalls schon mal. Das Ziel des Tutorials ist es wie gesagt, dem Hilflosen auf dem Gebiet der Improvisation zu helfen. Ich führe unter "Abgefahrenes" eine Menge Methoden auf, wie man outside improvisieren kann. Da gibt es schon extrem viele Möglichkeiten - viele davon sind auch Geschmacksache. Aber: 1. sollte jeder inside spielen können und nicht hilflos vor Standardharmonien sitzen 2. sucht sich praktisch jeder, der outside spielen will, ein paar Lieblings-Skalen und Lieblingstricks raus. Konkrete "So muß man das machen"- Anweisungen sind daher in meinen Augen nicht sinnvoll. Solche Vorlieben prägen eben den individuellen Stil mit - wer will denn da alles kopieren? 3. der fortgeschrittene Solist unterscheidet sich vom Anfänger durch: - die Beherrschung des Inside- Spielens - die Beherrschung von Phrasierung, Timing, Rhythmus, Dynamik und Ausdruck (und DAS ist schon mal verdammt viel - falls gekonnt - und extrem wichtig) - last not least hat der Fortgeschrittene Fantasie, ist neugierig, probiert neue Dinge aus. Wenn er damit aufhört - schreitet er nicht mehr fort Also: findet es selber heraus. Ich jedenfalls kann darüber angenehm und logisch klingend spielen - und jeder Koch muß auch ein paar Geheimrezepte für sich behalten :) Lernziele: - Alle Tonarten - 1 bis 5 Riffs üben pro Sitzung maximal wir wollen uns einen Riff- Vorrat anlegen, den wir im Schlaf abrufen können - die Finger spielen den dann später alleine - chromatisch immer wieder durch - das gibt Routine - rythmische Feinheiten ausprobieren - die sind das Salz in der Suppe! Die Bluesskala hat man relativ schnell gelernt - ohne rhythmische Raffinessen ist das aber gar nichts! Auf die Rhythmik gehe ich an anderer Stelle ausführlicher ein. - Ja - Ihr sollt Euch das Riff selbst ausdenken. Nehmt das, was in Eurem Kopf ist. Ist das am Anfang zu schwer, zerlegt es in spielbare Einzelteile und übt die. Wem gar nichts einfällt - der klaut bei Kollegen. Am besten bei den klassischen Vorlagen. Also nicht nach 1980 aufgenommene Songs - am besten End-60er Jahre und früher. Greift auf die schwarzen Originale zu. Hat Mick Jagger auch gemacht. Ihr klaut nie ? Und woher kommt dann das Riff in Eurem Kopf ? Ihr habt es unbewußt aufgenommen - und dann höchstens noch unbewußt neu kombiniert.

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