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I‘m a: singer/songwriter, multi-instrumentalist/trumpetplayer, producer/performer, photographer/visual artist, science fiction writer
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Tutorial

Der Mainstream Solist

Standardharmonien

Das tägliche Futter: Die Standard-Kadenzen des Westlichen Harmoniesystems "I - IV - VII - III - VI - II - V - I", als Akkorde in C: Cmaj7 - Fmaj7 - Hm7b5 - Em7 - Am7 - G7 - Cmaj7 Das war gerade die komplette Kadenz - wie schon im Grundlagenartikel über Harmonien beschrieben. Die komplette Kadenz kommt in realen Musikstücken praktisch nicht vor. Das klingt einfach zu glatt. Stattdessen werden normalerweise Teilstücke der Kadenz in Stücke eingebaut. Die werden dann hin- und hertransponiert, oder einzelne Töne der Akkorde werden ausgetauscht, bzw der Akkord wird durch einen komplett anderen ersetzt. Diesen Vorgang nennt man Reharmonisation und fast alle Komponisten führen ihn unbewußt aus. Auch ich mache das normalerweise nicht auf die akademische Art. Tatsache ist jedenfalls, daß 2er Gruppen aus der Kadenz in praktisch jedem Mainstreamstück vorkommen. Es ist nicht immer direkt erkennbar - denn auch 3-Klang-Anteile dieser ja 4-stimmigen Verbindungen erfüllen dieselbe Funktion. Einfaches Beispiel: Die III-VI-Verbindung Em7 / Am7 wird natürlich auch durch Em / Am gleichwertig realisiert Beispiel 2 Die I-IV-Verbindung Cmaj7 / Fmaj7 enthält in diesen 4-Klängen auch die 3- Klang-Verbindung Em / Am. Eine Akkordkombination Em / Am kann also sowohl als III-VI, als auch als I-IV interpretiert werden - je nach dem harmonischen Kontext. Em7 beinhaltet aber auch den G(Dur)-Dreiklang. Den wiederum könnte man erweitern......etc..etc... Wir werden jetzt nicht weiter in diesen Eingeweiden der Harmonielehre verweilen. Und ziehen statt dessen einfach ein pragmatisches Resümee: Der Solist, der die 4stimmigen Kadenz-Kombinationen gemeistert hat, kann danach automatisch auch schon über die darin verborgenen anderen Möglichkeiten improvisieren. Also müssen diese Kadenzen in allen Tonarten geübt werden ! (ich denke warum ist jetzt klarer - alles hängt untereinander zusammen) Diese "Dinger" müssen sitzen. Es sind alle 7 Kombinationsmöglichkeiten als Beispieltracks vorhanden. Hier noch mal die Details: I - IV ist   C | E | G | H = I   = 1. Stufe = CMaj7 C | E | F | A  = IV = 4. Stufe = FMaj7 IV - VII ist C | E | F | A = IV = 4. Stufe = FMaj7 H | D | F | A = VII = 7. Stufe = Hm7b5 VII - III ist   H | D | F | A = VII = 7. Stufe = Hm7b5 H | D | E | G = III = 3. Stufe = Em7 III - VI ist   H | D | E | G = III = 3. Stufe = Em7 A | C | E | G = VI = 6. Stufe = Am7 VI - II ist   A | C | E | G = VI = 6. Stufe = Am7 A | C | D | F = II = 2. Stufe = Dm7 II - V ist   A | C | D | F = II = 2. Stufe = Dm7 G | H | D | F = V = 5. Stufe = G7 V - I ist   G | H | D | F = V = 5. Stufe = G7 G | H | C | E = I = 1. Stufe = CMaj7 Welche Skalen soll ich denn dann jetzt konkret benutzen? Die Frage ist nicht mit "die und die und keine andere" zu beantworten. Solange wir uns in der Tonalität (im Tonraum von) C befinden - wie hier bei den schriftlichen Beispielen oben - ist auf jeden Fall eine Ableitung von C auf verschiedenen Stufen "angesagt". Anders gesagt, man spielt die C-Skala - fängt aber in den meisten Fällen mit einem anderen Ton als C an. Bei der I-IV Verbindung oben würde ich persönlich auf G oder E starten - ich würde in dem Fall also auf der 5.Stufe(Mixolydisch) oder der 3.(Phrygisch) beginnen. Das ist teilweise Geschmacksache und hängt auch von der Stimmung ab, in der man ist oder die man erzeugen will. Aber man beachte: Ich bin in beiden Fällen auf einem Akkordton des 1.Akkordes gestartet (im Beispiel auf der Quinte oder Terz). Ihr werdet jedenfalls sehr schnell feststellen, daß man in der Tat eher nicht mit einem anderen als einem Akkordton anfängt - und vor allem auf keinen Fall endet, insbesondere, wenn der letzte Akkord des Stücks dann auch noch der Anfangsakkord ist. (Meine hörbaren Beispiele habe ich mit dieser Art Schluß versehen) Der Witz der ganzen Übungen ist letzlich folgender: Auch, wenn man den ganzen Theorieteil hier beiseite läßt: die Harmonien zwingen einen, sich die richtigen Skalen anzugewöhnen, weil man sich sonst nicht wohl fühlt beim Spielen. Man erzieht sich also unbewußt, das Richtige zu lernen. Indem man es übt. Ich mache mir nie große Gedanken über diese Standardskalen beim Spielen: Ich habe es so oft geübt, das meine Finger die Wege von selber finden. Direkt vom Gefühl in die Finger. Vergeßt auch nicht, die Akkord-Arpeggien zu spielen. Im Solo benutzt man zwar meistens Tonleiterabschnitte, aber die gelegentliche Auflockerung durch Arpeggien tut gut. Die Tonleitern jedenfalls müssen wirklich "sitzen". Denn : In der Realität benutzt man sie meistens für schnelle Läufe und weniger für Langgezogenes. Und die schnellen Läufe - die müssen dann mühelos "kommen". Sonst kann man kein Double-Time spielen. Das wiederum ist ein sehr wichtiges Stilmittel. (Mehr zu diesen Themen in den anderen Kapiteln).

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